Logische Evolution

Ein Logo ist das Gesicht eines Unternehmens. Es sorgt nicht nur für Wiedererkennbarkeit, sondern transportiert Identität, Werte und Emotionen. Wehrfritz hat seine Wortmarke immer wieder erneuert und umgestaltet. Das aktuelle Logo spannt bewusst eine Brücke in die Vergangenheit und verleiht Wehrfritz ein zeitgemäßes Auftreten.

Kalligrafisch

Das erste Logo von Wehrfritz ist – wie viele Wortmarken der damaligen Zeit – in einem kalligrafischen Stil gestaltet. Es wird bis in die zweite Hälfte der 1940er-Jahre verwendet. Die handschriftliche Anmutung, die durch die an Federstriche erinnernden, stark verbunden Buchstaben entsteht, stellt Vertrauen her. Die schwungvollen Großbuchstaben vermitteln Wertigkeit und Qualität, aber auch eine gewisse Verspieltheit. Konsequent ist man in jener Zeit noch nicht: Neben diesem Logo werden zeitgleich andere Schriftzüge, darunter eine Frakturschrift, auf Katalogen oder auch auf Briefpapier verwendet.

Titelseite des ersten Katalogs der Firma Wehrfritz; Schwarz-Weiß-Foto. Nur Logo: Titelseite des ersten Katalogs der Firma Wehrfritz; Schwarz-Weiß-Foto.
Der erste Katalog von 1939 mit dem kalligrafischen Logo von Wehrfritz.

Emblematisch

In den 1950er-Jahren verwendet Wehrfritz als Logo eine Script-Schrift mit immer noch handschriftlichem Charakter. Der Rahmen ist typisch für das Emblem- oder Stempelprinzip jener Zeit. Der an einigen Stellen markante Kontrast der Strichstärken verleiht dem Schriftzug Dynamik und Eleganz. Die Buchstabenneigung in Leserichtung vermitteln Schwung und Optimismus, was prägend für die Nachkriegszeit ist. Mitte der 1950er-Jahre löst das Reiterlein die bis dahin verwendete Engelfigur als Bildmarke ab. Das zu einem Spielzeugpferd mit Reiter umgestaltete W ist eine Schöpfung von Wolfgang Reichel, erster hauptamtlicher Grafiker bei Wehrfritz.

Orange Katalog-Titelseite der Firma Wehrfritz mit Reiterfigur. Nur Logo: Orange Katalog-Titelseite der Firma Wehrfritz mit Reiterfigur.
Die Geschenkartikelliste von 1957/58 mit Reiterlein und gerahmtem Emblem-Logo.

Plakativ

Ab 1959 wird das Emblem-Logo abgelöst durch das Mid-Century-Logo. Die klare Serifenschrift vermittelt Stabilität, Seriosität und Sachlichkeit. Fette Versalien verleihen dem Schriftzug durch ihre strenge Ausrichtung einen plakativen Charakter. Nicht selten wird ab den 1960er-Jahren die Wortmarke mit einem stilisierten Reiterlein als Signet kombiniert.

Katalog-Titelseite der Firma Wehrfritz mit bunter Reiterfigur. Nur Logo: Katalog-Titelseite der Firma Wehrfritz mit bunter Reiterfigur
Den Katalog von 1959/60 zieren eine Variante des Reiterleins und das Mid-Century-Logo.

Massiv

Mitte der 1980er-Jahre wandert das Reiterlein-Signet endgültig an den Anfang des Schriftzugs. Die nun abgerundeten Serifen der Versalien strahlen Freundlichkeit und Nahbarkeit aus. Durch die gleichmäßige Höhe der Buchstaben entsteht ein auffälliger typografischer Balken, der charakteristisch ist für Logos aus den 1980ern. Typisch für diese Zeit ist auch die helle Schrift mit dunkler Kontur, die einen leichten Raumeffekt erzeugt und an die damals beliebten computergenerierten Texteffekte erinnert.

Katalog-Titelseite der Firma Wehrfritz mit bunten Figuren. Nur Logo: Katalog-Titelseite der Firma Wehrfritz mit bunten Figuren.
Der Katalog für Integrative Einrichtungen von 1993/94 mit dem Balken-Logo.

Pointiert

Das Logo von Wehrfritz vollzieht 1998 eine markante Veränderung im Vergleich zu seinen Vorgängern: Groß-/Kleinschreibung statt Versalien, eine serifenlose Schrift statt ausgeprägter Serifen. Nachdem der Schriftzug bisher in verschiedenen Farben daherkam, hat das neue Logo eine feste Farbgebung: Petrol mit einem roten i-Punkt. Letzterer erinnert an die Farbgebung des Reiterleins, das als Bildmarke nicht weitergeführt wird. Mit dem vom damaligen Werbechef Lothar Mulack entwickelten Logo setzt Wehrfritz auf einen aufgeräumten Look durch eine reduzierte Formensprache. Der Punkt als verspielter Akzent lässt das Logo nahbar, freundlich und auch ein wenig frech wirken.

Katalog-Titelseite der Firma Wehrfritz mit einer abstrakten Illustration. Nur Logo: Katalog-Titelseite der Firma Wehrfritz mit einer abstrakten Illustration.
Das Logo der 1990er- und 2000er-Jahre auf dem Katalog für Integrative Einrichtungen von 1998/99.
Die Entwicklung des aktuellen Logos im Zeitraffer.

Organisch

Seit 2026 erstrahlt Wehrfritz in einem neuen Look inklusive neuem Logo. Dessen Entwicklung beinhaltet eine bewusste Besinnung auf die Wurzeln des Unternehmens: Das Logo referenziert auf einen historischen Schriftzug, der die Stärke von Wehrfritz betont. Der Schriftzug mit abgerundeten, serifenlosen Versalien wird für wenige Jahre auf Katalogen und Broschüren der unmittelbaren Nachkriegszeit verwendet, bevor sich das Emblem-Logo durchsetzt. Das älteste überlieferte Dokument mit dieser Typografie ist ein Werbeprospekt für Liegematten aus dem Jahr 1947. Die klar gesetzten Versalien verbreiten auch im neuen Logo Verlässlichkeit und Professionalität. Durch organische, dezent variierende Rundungen an den einzelnen Buchstaben wirkt das neue Logo gleichzeitig weniger streng und vermittelt Nahbarkeit und Menschlichkeit – im Gesamtbild ein frischer und zeitgemäßer Auftritt, der die Grundwerte von Wehrfritz ausdrückt. Der Anfangsbuchstabe sticht durch eine Asymmetrie heraus, die an das Reiterlein von einst erinnert. Für sich stehend wird das prägnante W zur eigenständigen Bildmarke. Farblich zitiert das Logo seinen Vorgänger aus den 1990er-Jahren mit einem satteren Petrol, um damit einen größeren Kontrast zu weiteren Markenfarben zu erzeugen. Das Logo begleitet Wehrfritz nun in ein neues Kapitel seiner Unternehmensgeschichte.